Person, Motivation und redaktionelle Verantwortung
Über mich und Kapitalexperiment
Ich bin Silvio Hoppe. Kapitalexperiment ist meine öffentliche Langzeitdokumentation einer echten Vermögensentscheidung: Nach rund 25 Jahren habe ich eine Eigentumswohnung verkauft und den dafür vorgesehenen Erlös schrittweise in ein konzentriertes Aktiendepot investiert. Auf dieser Seite erkläre ich, wer hinter dem Projekt steht, warum ich diesen Weg öffentlich mache und wie die Inhalte entstehen.
Wer hinter der Seite steht
Ein privater Investor mit einer realen Vorgeschichte
Kapitalexperiment ist eine offizielle Webseite von Michaela und mir, bekannt als die.hoppes. Die persönliche Investmentlogik und die Texte über das Depot schreibe ich aus meiner Perspektive. Es geht nicht um ein virtuelles Musterdepot und auch nicht um eine rückblickend konstruierte Erfolgsgeschichte. Das investierte Geld ist real, mögliche Gewinne sind real und Verluste wären es ebenso.
Meine Vorgeschichte beginnt nicht an der Börse, sondern mit einer Immobilie. Im Jahr 2000 kaufte ich eine Eigentumswohnung für ungefähr 165.000 Euro. Zunächst nutzte ich sie selbst, ab 2018 wurde sie vermietet. Damit gehörten über viele Jahre nicht nur ein Vermögenswert und Mieteinnahmen zu meinem Leben, sondern auch Rücklagen, Instandhaltung, Reparaturen, Verwaltung, Fahrten, Vermietungsrisiken und gebundenes Kapital.
Nach rund 25 Jahren überzeugte mich die persönliche Bilanz nicht mehr. Die Wohnung hatte praktisch keinen nennenswerten Wertzuwachs erzielt. Der laufende Überschuss stand für mich nicht mehr in einem guten Verhältnis zum gebundenen Kapital, zum Aufwand und zu den verbleibenden Risiken. Deshalb verkaufte ich die Wohnung im Dezember 2025. Ab Januar 2026 begann ich mit den ersten Depotkäufen; im Juni 2026 war der für dieses Experiment vorgesehene Verkaufserlös vollständig investiert.
Diese Erfahrung prägt meinen Blick auf Vermögen bis heute. Eine Immobilie besitzt zwar keinen täglich sichtbaren Börsenkurs, ist deshalb aber nicht frei von Wertveränderungen, Kosten oder Konzentrationsrisiken. Umgekehrt macht ein täglich schwankender Aktienkurs ein Unternehmen nicht automatisch ungeeignet für einen langfristigen Anleger. Ich versuche deshalb, sichtbare Schwankung und wirtschaftliches Risiko voneinander zu trennen.
Warum ich öffentlich dokumentiere
Ich möchte mich nicht im Nachhinein klüger erinnern, als ich war
Eine Kaufentscheidung lässt sich später leicht umdeuten. Läuft sie gut, erinnert man sich vor allem an die stärksten Argumente. Läuft sie schlecht, erscheint plötzlich eine andere Begründung wichtiger. Dagegen hilft eine datierte, öffentliche Dokumentation. Sie hält fest, was ich zu einem bestimmten Zeitpunkt tatsächlich geglaubt habe, welche Risiken ich kannte und welche Entwicklungen meine Meinung ändern sollten.
Genau deshalb zeigt Kapitalexperiment nicht nur einen Graphen. Ich dokumentiere die Ausgangslage, meine Regeln, die Messmethode, mögliche Denkfehler, Gegenargumente und Gründe für spätere Veränderungen. Der wichtigste Wert dieser Seite soll nicht ein möglichst beeindruckender Zwischenstand sein. Wertvoll wird sie, wenn über Jahre nachvollziehbar bleibt, wie eine reale Entscheidung entstanden ist und wie sie sich unter guten wie schlechten Bedingungen bewährt.
Öffentlichkeit schafft für mich Disziplin. Sie zwingt mich, zwischen einer kurzfristigen Kursbewegung und einer beschädigten Investmentthese zu unterscheiden. Sie zwingt mich auch, Unsicherheit stehen zu lassen. Heute weiß niemand, ob der Verkauf der Immobilie und der Wechsel in das Depot langfristig die bessere finanzielle Entscheidung waren. Eine gute Börsenphase kann das nicht beweisen, und ein starker Rückgang würde die Frage nicht automatisch endgültig beantworten.
Meine persönliche Investmentlogik
Wenige etablierte Unternehmen statt Jagd nach dem nächsten 10x-Kandidaten
Ich habe mich bewusst gegen ein Depot mit hunderten kleinen Wetten entschieden. Ich möchte nicht darauf hoffen, unter sehr vielen unbekannten Unternehmen zufällig den einen extremen Gewinner zu finden. Stattdessen konzentriere ich mich auf wenige große, etablierte Unternehmen, deren Geschäftsmodelle, Marktstellung und Rolle in meiner Zukunftsthese ich nachvollziehen kann.
Der Kern meiner Überzeugung ist, dass künstliche Intelligenz über viele Jahrzehnte zu einer Basistechnologie werden kann. Das Internet hat Informationen weltweit verfügbar und übertragbar gemacht. KI kann Informationen zusätzlich ordnen, verbinden, auswerten und in Entscheidungen übersetzen. Robotik kann diese digitale Intelligenz zunehmend in die physische Welt bringen. Deshalb sehe ich KI, Rechenleistung, Halbleiter, Cloud-Infrastruktur, Robotik und Automatisierung als eng miteinander verbundene langfristige Entwicklungen.
Meine Formulierung von KI als möglichem Treiber der nächsten 100 Jahre ist keine Kursprognose. Sie beschreibt die Größenordnung meiner persönlichen These. Die heutigen Marktführer müssen nicht die Gewinner in zwanzig Jahren sein. Technologischer Fortschritt garantiert auch keinem einzelnen Unternehmen eine gute Aktienrendite. Genau deshalb muss ich nicht nur den Trend beobachten, sondern ebenso Wettbewerb, Bewertung, Investitionsbedarf, Regulierung, Management und die wirtschaftliche Qualität jedes Unternehmens.
Daneben halte ich Themen wie Gesundheit, Wasser, Industriegase und moderne Landwirtschaft für wichtig, weil ihre Bedeutung nicht allein von meiner KI-These abhängt. Trotzdem bleibt das Depot konzentriert. Mehrere Unternehmen können von denselben Investitionszyklen, Großkunden, Rechenzentren, Stromnetzen oder geopolitischen Entwicklungen abhängig sein. Elf Aktien sind daher nicht automatisch elf voneinander unabhängige Risiken.
Warum Einzelaktien
Meine Entscheidung passt zu mir – ein ETF kann für andere sinnvoller sein
Ich habe mich für Einzelaktien entschieden, weil ich gezielt in meine eigene These investieren und die Gewichtung selbst bestimmen möchte. Diese Freiheit hat einen Preis: Ich muss meine Unternehmen fortlaufend prüfen und bereit sein, eine lieb gewonnene Annahme zu verwerfen. Selbst ein hervorragendes Unternehmen kann zu teuer gekauft sein. Und selbst ein richtiger Zukunftstrend garantiert nicht, dass meine ausgewählten Unternehmen zu den Gewinnern gehören.
Für viele Menschen kann ein breit gestreuter ETF die ruhigere und bessere Lösung sein. Wer weder Zeit noch Freude an Geschäftsberichten, Unternehmensanalysen und laufender Thesenprüfung hat, gewinnt durch Einfachheit möglicherweise mehr als durch eine theoretisch spannendere Strategie. Ich halte eine Anlageform nur dann für passend, wenn sie zum eigenen Wissen, Anlagehorizont, Zeitaufwand und Verhalten in schwierigen Marktphasen passt.
Mein Horizont reicht über Jahrzehnte. Langfristigkeit bedeutet für mich aber nicht, eine Aktie unabhängig von neuen Fakten für immer zu halten. Wenn ein Wettbewerbsvorteil verschwindet, die Bilanz problematisch wird, das Management dauerhaft Vertrauen verspielt oder meine ursprüngliche These nicht mehr trägt, muss auch eine langfristige Strategie einen Verkauf zulassen.
Wie Inhalte entstehen
Persönliche Erfahrung, überprüfbare Quellen und eine sichtbare Trennung
Bei jedem Beitrag versuche ich drei Ebenen auseinanderzuhalten: meine persönliche Einschätzung, überprüfbare externe Informationen und die Unsicherheit, die trotz aller Recherche bleibt. Meine Erfahrung mit der Immobilie und meine Gründe für das Depot sind persönliche Aussagen. Unternehmenszahlen, gesetzliche Regelungen, Aufsichtsstrukturen oder Marktinformationen sollen dagegen möglichst aus nachvollziehbaren Primärquellen stammen.
Ich bevorzuge Geschäftsberichte, Investor-Relations-Unterlagen, Behörden, Gesetze, Aufsichtsstellen und anerkannte wissenschaftliche oder institutionelle Veröffentlichungen. Externe Quellen sind kein Schmuck für einen Artikel. Sie sollen Lesern ermöglichen, eine Aussage selbst zu kontrollieren und zu einer anderen Bewertung zu kommen.
Wenn sich ein Fehler zeigt, soll er nicht still verschwinden. Sachliche Fehler werden korrigiert. Wesentliche Änderungen an einer Investmentthese sollen als Veränderung erkennbar bleiben. Ein neues Datum soll nicht den Eindruck von Aktualität erzeugen, wenn sich am Inhalt nichts Wesentliches geändert hat.
- Eigene Erfahrung kenntlich machenPersönliche Entscheidungen werden nicht als allgemeingültige Regeln formuliert.
- Quellen nachvollziehbar wählenÜberprüfbare Aussagen sollen möglichst auf Primärquellen und klar datierten Informationen beruhen.
- Gegenargumente zulassenEine Investmentthese muss Bedingungen nennen, unter denen sie geschwächt oder widerlegt wäre.
- Interessenkonflikte offenlegenWenn ich ein genanntes Unternehmen selbst halte, habe ich ein wirtschaftliches Interesse an seiner Entwicklung.
- Keine Veröffentlichung im AutopilotDie Verantwortung für Inhalt, Freigabe und spätere Korrekturen bleibt bei mir.
KI-Unterstützung
Wie Silvio AI und Codex mich unterstützen – und wo die Verantwortung bleibt
Viele Texte auf Kapitalexperiment entstehen mit Unterstützung von Silvio AI und Codex. Ich nutze KI, um meine Gedanken zu strukturieren, Gegenargumente herauszuarbeiten, lange Diskussionen in eine klare Gliederung zu bringen, Formulierungen zu verbessern und technische Bestandteile der Website umzusetzen. Besonders hilfreich ist KI für mich als kritischer Gesprächspartner: Sie kann nachfragen, Widersprüche sichtbar machen und mich zwingen, eine zunächst intuitive Entscheidung genauer zu begründen.
Die KI bestimmt jedoch nicht, welche Aktien ich kaufe oder verkaufe. Sie besitzt kein eigenes Depot, trägt keinen Verlust und kann meine persönliche Risikotoleranz nicht ersetzen. Sie veröffentlicht auch nicht selbstständig. Ich entscheide, welche Aussagen meine Überzeugung wiedergeben, welche Quellen verwendet werden und welcher Text veröffentlicht wird. Die inhaltliche Verantwortung liegt bei mir, Silvio Hoppe.
KI kann Fehler machen, Quellen missverstehen oder eine sprachlich überzeugende Antwort formulieren, die sachlich nicht trägt. Deshalb reicht eine gute Formulierung nicht als Beleg. Wo konkrete Zahlen, Rechtslagen, Unternehmensangaben oder aktuelle Entwicklungen wichtig sind, müssen sie gesondert geprüft werden. Diese Kontrolle ist besonders wichtig, weil Finanzthemen reale Entscheidungen und reale finanzielle Folgen berühren können.
Transparenz mit Grenzen
Die Website zeigt das Experiment – nicht unser gesamtes Leben oder Vermögen
Kapitalexperiment dokumentiert einen klar abgegrenzten Teil unserer finanziellen Situation. Private Rücklagen, andere Vermögenswerte, Konten, Depotnummern, Sicherheitsinformationen und persönliche Lebensumstände bleiben außerhalb der öffentlichen Darstellung. Vollständige Offenlegung wäre nicht automatisch glaubwürdiger; sie könnte vielmehr Privatsphäre und Sicherheit gefährden, ohne den Erkenntniswert des Experiments zu erhöhen.
Auch der Mitgliederbereich folgt dieser Abgrenzung. Dort können detailliertere Depotinformationen bereitstehen, ohne dass jede Einzelheit frei im Internet auffindbar ist. Die Methodik, die zentralen Gründe, Risiken und persönlichen Thesen sollen dagegen öffentlich nachvollziehbar bleiben.
Finanzierung und Unabhängigkeit
Werbung darf nicht bestimmen, was ich über mein Depot schreibe
Kapitalexperiment soll grundsätzlich über Werbung finanziert werden können. Daraus darf kein Anreiz entstehen, täglich neue Aufregung zu produzieren, Kursschwankungen künstlich zu dramatisieren oder bestimmte Unternehmen positiver darzustellen. Ein ruhiger Monat ohne Depotänderung kann für dieses Experiment genauso wichtig sein wie eine große Entscheidung.
Kooperationen müssen zum Projekt passen, klar gekennzeichnet werden und dürfen keinen Einfluss auf Käufe, Verkäufe, Gewichtungen oder redaktionelle Bewertungen erhalten. Sollte ein wirtschaftlicher Zusammenhang bestehen, der für die Einordnung eines Inhalts relevant ist, muss er sichtbar werden. Reichweite und Werbeeinnahmen wären für mich wertlos, wenn sie die Glaubwürdigkeit der Dokumentation beschädigten.
Mein Versprechen an die Leser
Kein perfektes Ergebnis, aber ein nachvollziehbarer Weg
Ich kann keine hohe Rendite versprechen und nicht garantieren, dass meine heutige Investmentthese richtig ist. Ich kann aber versuchen, die Bedingungen meines Experiments nicht nachträglich zu verändern, Risiken nicht zu verstecken und auch unangenehme Entwicklungen zu dokumentieren.
Wenn das Depot deutlich fällt, soll Kapitalexperiment nicht plötzlich verstummen. Wenn eine These scheitert, soll daraus kein neuer angeblicher Plan von Anfang an werden. Und wenn das Depot gut läuft, soll ein guter Zwischenstand nicht als Beweis persönlicher Unfehlbarkeit verkauft werden. Mich interessiert, was sich über Jahre aus dieser Entscheidung lernen lässt.
Wer diese Seite liest, soll mein Depot nicht kopieren. Idealerweise hilft sie dabei, die eigenen Annahmen genauer zu formulieren: Welche Risiken kann ich tatsächlich tragen? Welche Arbeit möchte ich dauerhaft übernehmen? Welche These würde ich auch in einer schlechten Marktphase noch prüfen – und welche Fakten würden meine Meinung ändern?
Das Projekt kennenlernen